Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung

Wie bei einer gesetzlichen Krankenversicherung, leistet der Arbeitgeber auch einen Zuschuss bei einer privaten Krankenversicherung. Allerdings müssen in diesem Fall einige Besonderheiten beachtet werden.

Die Höhe des Zuschusses fällt anders aus

zuschuss pkvBei der gesetzlichen Krankenversicherung ist dies relativ einfach gelöst: der Arbeitgeber zahlt 50 Prozent der anfallenden Versicherungsbeiträge – gleichgültig wie hoch die Beiträge ausfallen. Für eine private Krankenversicherung muss der Arbeitgeber nicht in jedem Fall die Hälfte übernehmen. Er muss im Höchstfall einen Zuschuss leisten, der beim Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze anfallen würde. Beispiel: Sie zahlen bei Ihrer privaten Krankenversicherung 600 Euro pro Monat. Somit würde Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss von 300 Euro bezahlen. Der Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung, der bei der Beitragsbemessungsgrenze anfällt, beträgt beispielsweise 309 Euro. Zahlen Sie für Ihre private Krankenversicherung 700 Euro im Monat, dann würde Ihr Arbeitgeber 309 Euro als Zuschuss bezahlen, also weniger als 50 Prozent. Den Rest müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen.

Weitere Grenzen beim Arbeitgeberzuschuss

Die oben genannten Fakten treffen nur dann zu, wenn Ihre Versicherungsbeiträge denen der gesetzlichen Krankenkasse ähneln. Beim oben genannten Beispiel müsste Ihr Arbeitgeber keine 300 Euro pro Monat (also 50 Prozent) übernehmen, wenn die GKV nur 200 Euro kosten würde. Dann nämlich müsste Ihr Arbeitgeber nur 100 Euro übernehmen, also 200 Euro weniger. Dies ist die zweite Grenze: der hälftige Beitrag kann nur so hoch ausfallen, wie er auch bei einer gesetzlichen Krankenversicherung ausfallen würde. Wenn Sie diesem Umstand vorbeugen möchten, so sollten Sie vor dem Abschluss einer PKV einen privaten Krankenversicherung Vergleich vornehmen. Dann erkennen Sie auf einen Blick, welcher Tarif sich den Kosten einer GKV nähert.

Damit Ihr Arbeitgeber seinen Zuschuss bezahlen kann, müssen Sie ihm eine Bescheinigung Ihrer Versicherung übergeben. Haben Sie einen Tarif mit Selbstbeteiligung gewählt, so hat der Arbeitgeber keine Pflicht, sich daran zu beteiligen. Im Ernstfall könnten Sie zwar weniger Beiträge an die PKV zahlen, haben aber am Jahresende höhere Kosten, da die Selbstbeteiligung zuschlägt und der Arbeitgeberzuschuss geringer ausfällt als bei einem Tarif ohne Selbstbeteiligung. Als Ausgleich hierfür müssen Sie keinen Arbeitgeberzuschuss zurückzahlen, wenn Sie von Ihrer Versicherung eine Beitragsrückerstattung erhalten.

Die oben genannten Regeln gelten auch für die private Pflegeversicherung. Auch hier muss der Arbeitgeber einen Zuschuss leisten, aber nur maximal in der Höhe, die er für eine gesetzliche Pflegeversicherung zahlen würde.

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